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Gesetzliche Betreuungen

Gesetzliche Betreuungen, Photo fotolia.de

Kann ein Volljähriger aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Vormundschaftsgericht auf Antrag für ihn einen Betreuer. Dies bedeutet, dass selbst engste Angehörige oder Vertrauenspersonen nicht automatisch entscheidungsbefugt sind, sie bedürfen einer rechtlichen Entscheidung durch das Gericht. Als Betreuer kann dann ein Angehöriger, eine Person des Vertrauens oder aber wenn niemand zur Verfügung steht, ein Berufsbetreuer eingesetzt werden. Die mit der Betreuung entstehenden Kosten zahlt entweder der Staat oder bei Vermögenden der Betreuer selbst. Sorgen Sie deshalb in Zeiten geistiger Leistungsfähigkeit mit einer Vorsorgevollmacht vor, wer später für Sie entscheiden soll und welche persönlichen Wünsche dabei zu beachten sind.
Zum Vorgehen: Eine wirksame Vollmacht können Sie nur erteilen oder widerrufen, solange und soweit Sie geschäftsfähig sind. Sie sollten die Vollmacht in schriftlicher Form (eigenhändige Unterschrift!) abfassen. Soll die Vollmacht auch zu Entscheidungen über Ihre höchstpersönlichen Angelegenheiten (z. B. Einwilligung in ärztliche Maßnahmen und/oder freiheitsbeschränkende Maßnahmen) berechtigen, muss sie hierfür ausdrücklich erteilt werden.

Folgende Möglichkeiten stehen dabei zur Verfügung:

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht ist wie jede Vollmacht eine Willenserklärung, mit der Sie einer anderen Person Vertretungsvollmacht erteilen. Mit der Vorsorgevollmacht geben Sie einer vertrauenswürdigen Person die Möglichkeit, in Ihrem Namen nach Ihren Vorgaben zu handeln

Durch eine Vorsorgevollmacht vermeiden Sie im Bedarfsfall die gesetzliche Bestellung eines Betreuers.

In der Vorsorgevollmacht sollte präzise benannt sein:

Mit einer Vollmacht kann der Bevollmächtigte später in allen Lebensbereichen entscheiden. Denkbar ist auch eine Bevollmächtigung für bestimmte Handlungsbereiche. Das Vormundschaftsgericht wird nur bei bekannten Missbrauchstatbeständen beteiligt oder wenn das Betreuungsrecht dies vorsieht. Es empfiehlt sich, eine Vollmacht vor allem bei größerem Vermögen notariell beurkunden zu lassen. Eine notarielle Beurkundung ist immer dann vorgeschrieben, wenn mit der Vollmacht Grundstücks- oder Erwerbsgeschäfte geregelt werden können.

Die Unterschrift einer Vorsorgevollmacht kann im Landratsamt Ebersberg von der Betreuungsstelle im Gesundheitsamt beglaubigt werden.

Ansprechpartner: Erwin Länger
Eichthalstr. 5, 85560 Ebersberg
Tel.: 08092/823-381, Fax: 08092/823-9381
E-Mail:

Ebenso kann die Vollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer in Berlin, Kronenstr. 42, 10117 Berlin (www.vorsorgeregister.de) hinterlegt werden.
Während eine Betreuung mit dem Ableben des/der Betroffenen endet, kann eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus erteilt werden.

Betreuungsverfügung

Mit dem Wort "Betreuung" wird die vom Vormundschaftsgericht angeordnete gesetzliche Vertretung bezeichnet. Die Betreuungsverfügung ist eine Willenserklärung, mit der Sie festlegen, wer als gesetzlicher Vertreter für Sie handeln soll und wie Sie Ihre Angelegenheiten geregelt haben möchten, wenn Sie nicht mehr selbst entscheiden können. Der Betreuer oder die Betreuerin wird vom Vormundschaftsgericht bestellt und auch kontrolliert. Inhalte der Betreuungsverfügung können sein:

Sie können die Betreuungsverfügung beim Vormundschaftsgericht hinterlegen. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz haben.

Patientenverfügung

In der Patientenverfügung sollte ausführlich – und von Ihnen persönlich formuliert – dargelegt sein, welche Behandlungsmaßnahmen Sie im Falle eigener Entscheidungsunfähigkeit wünschen bzw. welche Maßnahmen zu unterlassen sind. Lassen Sie sich bei der Abfassung Ihrer Patientenverfügung von Ihrem Hausarzt bezüglich der medizinischen Einzelheiten beraten. Für Fragen und Beratung in allen Bereichen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Landratsamt Ebersberg, Betreuungsstelle
Ansprechpartner: Erwin Länger
Tel.: 08092/823-381, Fax: 08092/823-9381
E-Mail: erwin.laenger@lra-ebe.de

Betreuungsverein Ebersberg/Erding
Ansprechpartner: Claudia Grote
Tel.: 08121/4391-30, Fax: 08121/4391-50
E-Mail: info@betreuungsverein-btv.de

Betreuungsverein Brücke Ebersberg e. V.
Ansprechpartner: Bärbel Baumann
Dr.-Wintrich-Str. 5, 85560 Ebersberg
Tel.: 08092/8601160
E-Mail: baerbel@baumann-assling.de

Vormundschaftsgericht imAmtsgerichtEbersberg
Bahnhofstr. 19, 85560 Ebersberg
Tel.: 08092/8253-0, Fax: 08092/8253-96
E-Mail: poststelle@ag-ebe.bayern.de

Zahlreiche Broschüren zum Thema "Vorsorge und Betreuungs- und Patientenverfügung" erhalten Sie im Buchhandel.

Umfangreiche Informationen zu Betreuungen im Landkreis Ebersberg finden Sie im Internet unter www.betreuungen-landkreis-ebersberg.de.