SENIORENWEGWEISER für den Landkreis Ebersberg
Schriftgröße   A   A   A   Kontrast   +  

Pflege allgemein

Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im täglichen Leben auf Dauer, voraussichtlich fürmindestens 6 Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen. Wenn diese Situation eintritt, besteht die Möglichkeit, bei der Pflegekasse einen Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe zu stellen, um finanzielle Hilfen zu erhalten. Ihre Pflegekasse, die meistens auch zu Ihrer Krankenkasse gehört, berät Sie zu allen Fragen der Pflegeversicherung.

Die Schwere der Pflegebedürftigkeit wird in der Pflegeversicherung durch Pflegestufen beschrieben.

Siehe hierzu folgende Tabelle:

Pflegestufe 0
Personen mit stark eingeschränkter Alltagskompetenz
I
erheblich Pflegebedürftige
II
Schwerpflegebedürftige
III
Schwerstpflegebedürftige
Bedarf an Hilfe bei der Grundpflege mindestens einmal täglich mindestens dreimal täglich rund um die Uhr auch nachts
Bedarf an Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung mehrfach in der Woche mehrfach in der Woche mehrfach in der Woche
Durchschnittlicher täglicher Aufwand der Hilfe gesamt weniger als 90 Minuten mindestens 90 Minuten mindestens 3 Stunden mindestens 5 Stunden
Durchschnittlicher täglicher Aufwand der Hilfe bei der Grundpflege bis zu 45 Minuten mehr als 45 Minuten mindestens 2 Stunden mindestens 4 Stunden

Die Definition der Pflegestufen richtet sich nach dem durchschnittlichen pflegerischen Bedarf bei bestimmten Alltagsverrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität (Grundpflege) und dem hauswirtschaftlichen Hilfebedarf pro Tag. Seit dem Jahr 2008 können auch Personen, deren Pflegebedürftigkeit nicht erheblich ist (sogenannte Pflegestufe 0), bestimmte Leistungen erhalten. Personen mit stark eingeschränkter Alltagskompetenz, die noch nicht die Voraussetzungen für eine Einstufung in die Pflegestufe I erfüllen, haben dann Anspruch auf Betreuungsleistungen. Dies trifft überwiegend bei Personen mit psychischen Erkrankungen oder Demenz zu. Sind die Voraussetzungen der Pflegestufe III erfüllt, übersteigt die geleistete Pflege diese Bedingungen aber noch deutlich, kann die Härtefallregelung in Anspruch genommen werden.

Der Antrag auf eine Pflegestufe ist bei der zuständigen Pflegekasse zu stellen. Es erfolgt eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Kranken- und Pflegekassen in Bayern (MDK).

Arten der Hilfeleistungen:

Die einzelnen Beträge entnehmen Sie bitte unten stehender Tabelle:

Finanzielle Leistungen der Pflegeversicherungen (in Euro) in der Übersicht (Sozialgesetzbuch XI)

Leistungsbereich Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3 Härtefälle Pflegestufe 0 (Demenzkranke)
(höhere Leistungen für Demenzkranke)
Sachleistung § 36 Abs. 3 450 €
(665 €)
1.100 €
(1.250 €)
1.550 € 1.918 € 225 €
Pflegegeld § 37 235 €
(305 €)
440 €
(525 €)
700 € 700 € 120 €
Vertretung der Pflegeperson § 39 bis zu 1.550 €
Verbrauchsmittel § 40 Abs. 2 bis 31 € pro Monat
technische Hilfsmittel § 40 Abs. 3 Eigenbeteiligung 10 % der Kosten max. 25 €
Zuschuss Wohnumfeldverbesserung § 40 Abs. 4 max. 2.557 € je Maßnahme
Tages- und Nachtpflege § 41 450 € 921 €
(1.100 €)
1.550 €
Kurzzeitpflege § 42 max.4 Wochen pro Jahr 1.550 €
Vollstationäre Pflege § 43 1.023 € 1.279 € 1.550 € 1.918 €
zusätzliche Betreuungsleistungen 100 € bzw. 200 €

Das kürzlich in Kraft getretene Pflege-Neuausrichtungs- Gesetz (PNG) sieht sowohl eine deutliche Erhöhung der Leistungen für demenziell Erkrankte in der ambulanten Versorgung vor als auch eine Ausweitung der Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Darüber hinaus wird mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz die freiwillige private Vorsorge erstmals staatlich gefördert.

Ambulante Pflegedienste bieten künftig, soweit verfügbar, neben der Grund- und Behandlungspflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung auch Betreuungsleistungen an. Auch Pflegebedürftige, die nicht an Demenz erkrankt sind, können auf sie ausgerichtete Betreuungsleistungen als Sachleistungen in Anspruch nehmen. Außerdem gibt es in der ambulanten Versorgung höhere Leistungen für Demenzkranke.

In der Stufe 0 erhalten Demenzkranke neben den 100 bzw. 200 € für zusätzliche Betreuungsleistungen erstmals Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Menschen ohne Pflegestufe (Pflegestufe 0) erhalten monatlich ein Pflegegeld von 120 € oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 €. Alle weiteren Beträge sind in der Tabelle oben aufgeführt. Außerdem können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen jetzt neu auch ein bestimmtes Zeitkontingent für die Pflege wählen.

Mehr Wert wird nach diesem Gesetz auch auf die Stabilisierung und Stärkung der pflegenden Angehörigen gelegt.

Nähere Informationen hierzu und zur Pflege allgemein erhalten Sie beim

Bundesministerium für Gesundheit unter
www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege
oder dessen Bürgertelefon unter der
Tel.: 030/3406066-02
oder

Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unter
www.stmas.bayern.de/pflege oder dessen Bürgerbüro
unter der Tel.: 089/1261-1660.

Pflegebedürftigkeit ist keinesfalls gleichbedeutend mit der Notwendigkeit eines Heimaufenthaltes. Pflege kann lange und gut auch in der eigenen Wohnung erfolgen. Sie oder Ihre Angehörigen können in jedem Fall mit der professionellen Unterstützung von Pflegefachkräften und sozialen Diensten rechnen.

Die meisten Pflegebedürftigen erhalten die nötige organisatorische und hauswirtschaftliche Unterstützung durch die Familie. Die Angehörigen müssen dann auf ihre eigenen Kräfte und Bedürfnisse achten und eine Überforderung vermeiden. Hier sind insbesondere die Fachstellen für pflegende Angehörige hilfreiche Ansprechpartner, um entlastende Angebote zu organisieren.

Im Landkreis Ebersberg bietet das Caritas-Zentrum fürden Landkreis Ebersberg dazu eine umfassende Fachberatung:
Die Angehörigenberatung bietet vielseitige Information und Unterstützung, gibt Gelegenheit zum Gespräch über Ihre persönlichen Fragen – am Telefon, im Büro oder auch bei Ihnen zu Hause.

• Grafing, Caritas-Zentrum
Ansprechpartner: Claudia Höwing
Tel.: 08092/23241-10, Fax: 089092/31989

• Markt Schwaben, Caritas-Zentrum
Ansprechpartner: Maria Sommer
Tel.: 08121/2207-13, Fax: 08121/2207-21

• Ebersberg, Caritas-Zentrum
Ansprechpartner: Michael Münch
Tel.: 08092/8577863

Im Gesprächskreis für pflegende Angehörige besteht die Möglichkeit, sich in der Runde mit Gleichgesinnten auszutauschen, Fragen und Belastungen, aber auch gelungene Hilfe zur Sprache zu bringen.

Caritas-Zentrum
• Ansprechpartner Grafing: Claudia Höwing
Tel.: 08092/23241-10, Fax: 08092/31989
• Ansprechpartner Markt Schwaben: Maria Sommer
Tel.: 08121/2207-13, Fax: 08121/2207-21

Stundenweise Betreuung daheim
Alltagsbegleiter kommen stundenweise ins Haus und helfen älteren Menschen, ihren gewohnten Tagesablauf zu bewältigen unddie Angehörigen zu entlasten. Die Begleitung bei Spaziergängen oder gemeinsamen Aktivitäten trägt dazu bei, den Tag zu gestalten, fördert Selbstständigkeit und Lebensqualität. Das Angebot kann von der Pflegeversicherung übernommen werden (§ 45 SGB XI).

Caritas-Zentrum
Einsatzleitung: Christine Niederreiter
Grafing, dienstags 9.00–11.00 Uhr
Tel.: 08092/23241-10, Fax: 08092/31989
Markt Schwaben, donnerstags 9.00–11.30 Uhr
Tel.: 08121/2207-10, Fax: 08121/2207-21

Betreuungsgruppe für Menschen mit demenzieller Erkrankung
Die Betreuung Demenzkranker fordert die Angehörigen oft rund um die Uhr. Um den Angehörigen einmal wöchentlich kalkulierbare freie Zeit zu gönnen und den Betroffenen Gelegenheit zu schönen Stunden gemeinsam mit anderen in anregender Umgebung zu bieten, hat die Caritas Betreuungsgruppen in Baldham, Grafing und Markt Schwaben eingerichtet. Kosten: 20 € für Betreuung und 5 € für Bewirtung. Eine Abrechnung über Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI ist möglich.

Caritas-Zentrum
• Ansprechpartner Grafing: Claudia Höwing
Tel.: 08092/23241-10, Fax: 08092/31989
• Ansprechpartner Markt Schwaben: Maria Sommer
Tel.: 08121/2207-13, Fax: 08121/2207-21
Alle Informationen dazu finden Sie unter www.caritasebersberg.de

Ebenso bieten auch die Sozialpsychiatrischen Dienste Ebersberg (SPDI) eine Aktivierungsgruppe, die nach § 45 SGB XI mit 100 bzw. 200 € bezuschusst werden kann.

Ansprechpartner: N. N.
Sieghartstr. 21, 85560 Ebersberg
Tel.: 08092/85338-0, Fax: 08092/85338-30
E-Mail: spdi-ebersberg@im-muenchen.de
Internet: www.spdi-ebersberg.de